Der stumme Diener

Der Goldjunge.

Im prunkvollen Bacchussaal des Neuen Museums in Berlin eilt sogleich ein goldener Jüngling herbei. Zuvorkommend, aber keinesfalls unterwürfig begrüßte er Neuankömmlinge. Die frechen Locken ziert ein zarter Blumenkranz, die Lippen leicht geöffnet für einen höflichen Gruß. Doch die Beine des Knaben sind fest mit der bronzenen Sockelplatte verschweißt, man erwartet den Gruß vergeblich. Außerdem fehlt der rechte Arm der Bronzeskulptur, der den Gästen wohl einmal ein Tablett mit Erfrischungen angeboten hat. Der „Xantener Knabe“ ist der erste stumme Diener der Welt. Ein Möbelstück der besonderen Art, das einst das opulente Triclinium einer antiken Villa zierte. In jenem festlichen Saal, in dem der Hausherr seine Gäste festlich bewirtete und unterhielt, trat der goldene Knabe vor über 2000 Jahren seinen stillen Dienst an.

  • Xantner Knabe Detailaufnahme des Kopfes
    Ein Möbelstück der besonderen Art.

Der Atzmann.

Im Chor der Karmeliterkirche des Archäologischen Museums in Frankfurt steht ein junger Mann in prunkvollen Gewändern. In den Händen hält er ein Pult für den Kantor, sein Blick ist beseelt gen Himmel gerichtet. Auf dem Pult ruhte einst das große Gesangbuch, aus dem der Kantor den Chor zur heiligen Messe anstimmte. „Atzmann“ nennt man den steinernen Diener, der im Spätmittelalter in St. Leonhard bei Frankfurt seinen stummen Dienst begann. Anderswo nannte man die schweigsamen Kirchendiener „Leviten“ – sie hielten die heilige Schrift, aus der auf Latein gepredigt wurde. Ein verantwortungsvoller aber echt steinharter Job – wenn einem täglich „die Leviten gelesen“ werden. Doch wie der goldene Knabe blieb auch der steinerne Atzmann standhaft und seiner Aufgabe bis heute treu ergeben.

 

Kein Kleiderständer.

Der klassische Herrendiener hatte viele Formen und viele Namen. Manche wurden über die Jahrhunderte in einer verstaubten Geschichtsecke vergessen. Manch andere in einer glorreichen Renaissance wiederentdeckt – als moderne Interpretationen in zeitgenössischem Gewand. Doch ob alt oder neu – die ehrwürdige Zunft der stummen Diener ist groß und vielfältig. Denn mal ehrlich: Jeder hat doch irgendwie einen. Klar, da sind der Kleiderschrank, die Sockenschublade und der Hutständer. Aber es gibt doch immer dieses eine Möbelstück, das die Zuständigkeiten des stummen Dieners übernimmt: Die aktuelle Tagesgarderobe. Im jugendlichen Alter meistens das Bett, im Studentenleben ein Stuhl oder Sessel – hält bereitwillig das Sammelsurium an Nutzwäsche bereit „die man halt gerade so anhat“.

Im Alter eines Gentleman darf der stumme Diener dann etwas mehr Ordnung walten lassen: Im vornehmlichen Fall nämlich für die edle Herrengarderobe bestimmt, nimmt er dem Hausherren des Abends die Kleidung ab. Er hängt das Hemd an einen Bügel in seiner Hand, hängt die Krawatte frech an einen Finger daneben und legt sich das Sakko locker um die Schultern. Die Hose legt er sorgfältig über seinen Arm, er rollt den feinen Ledergürtel zusammen und verstaut ihn mit der Armbanduhr und den Manschettenknöpfen sorgfältig in seinem Brustfach. Die handgenähten Lederschuhe stellt er fein säuberlich auf ein Podest zu seinen Füßen. Den Hut, den setzt er auf. Ein bisschen schief sogar. Und verweilt so, in stiller Bereitschaft, bis er den Herren am Morgen wieder einkleiden darf.

Klassischer Herrendiener aus Holz.
Der erste stumme Diener der Welt ist ein goldener Junge. Die Geschichte des Herrendieners, vom antiken Rom bis zu den stilistischen Neuinterpretationen zeitgenössischer Designs.

Eine Stilfrage.

Heute ist der stumme Diener wieder in die Garderoben und Schlafzimmer zurückgekehrt. Denn der Herrendiener ist nicht nur ein stilsicheres Utensil, sondern auch ein praktisches Möbelstück mit  langer und bewegter Geschichte. Moderne Arrangements zeigen den Herrendiener wieder als den herrschaftlichen Compagnon, den treuen Valet und exklusiven Vertrauten des gediegenen Gentleman von Welt. BAUMONDI hat da zum Beispiel gleich eine ganze Serie stattlicher Prachtexemplare in stilsicherer Ausführung handgefertigt. Von klassisch über casual bis sportlich: stilvoller Charakter hat wieder einen Namen – JAMES. Und der Name ist hier auch gleich volles Programm. Eine ausgeklügelte Komposition – robuste Langlebigkeit mit filigranen Akzenten und edlem Finish: Jeder JAMES hat seinen eigenen Kopf. Und gibt dem stummen Valet damit ein Detail zurück, das über die Jahrhunderte tatsächlich ein bisschen verloren ging.

JAMES - der stumme Diener der Moderne
Der erste stumme Diener der Welt ist ein goldener Junge. Die Geschichte des Herrendieners, vom antiken Rom bis zu den stilistischen Neuinterpretationen zeitgenössischer Designs.

Akzente in Gold und Marmor erinnern an die lange Tradition der schweigsamen Dienerschaft und zollen den Jahrhunderten Respekt. Edle Hölzer und Metalle vereinen sich in sich in stilsicherem Design zu den neuen stummen Dienern unserer Zeit. Moderne Konzepte platzieren den Herrendiener vom Vorraum bis ins Badezimmer. Antike Geschichte in modernem Gewand: der stumme Diener und deine Kleider. Praktisch, hilfsbereit und treu. Zuvorkommend, aber keinesfalls unterwürfig – so wie der Goldjunge von damals. Nur eben der JAMES von heute.

Am Ende mag mancher Herr dem stummen Diener für sein beharrliches Schweigen dankbar sein. Denn gesehen und gehört haben die Diener in den privaten Räumen herrschaftlicher Häuser schon immer ganz besonders gut.

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